Bei uns tanzt niemand auf „DER 1“!

Jamie-high

Vorwort:
Verwundert zucken wir mit den Schultern, wenn uns jemand erzählt, dass sie/er in ihrem/seinem Team auf „der 1“ tanzt.
Erklärung:
Die 1…die Frontposition, der Eyecatcher. Die Tänzerin/Der Tänzer, die/der aufgrund ihrer/seiner Begabung in den Mittelpunkt gestellt wird; die Prima/der Primus unter den Ballerinas/Ballerinos
Vorwort Ende

Auch in diesem Jahr möchten wir Euch wieder etwas an unserer aktuellen „Arbeit“ und unseren Gedanken teilhaben lassen. Wir wurden schon mehrmals gefragt, ob da jetzt noch ´was kommt. Denn schließlich beginnt unsere Saison in 16 Tagen.

Also: „…of a feather“ ist der Name unserer neuen Choreographie.

Wie der Titel unschwer erahnen lässt, geht es in diesem Jahr in luftige Höhen. Zugvögel und das dritte Element inspirierten uns zu diesem Vortrag.

Vögel (Ornithologen mögen uns bitte unsere Darstellung der gefiederten Freunde verzeihen) sind einerseits Einzelgänger und doch fügen sie sich zu Schwärmen zusammen. Sie bilden Formationen, stoben auseinander und interagieren mit anderen Gruppen oder einzelnen. Fliegen, ankommen, landen, wieder abheben, weiterziehen, wieder ankommen…trotzdem seine Individualität bewahren um auch mal aus der Reihe zu tanzen/fliegen. Lebendig, agil aber auch schwebend, anmutig und präsentierend.

Die gewählte Musik besticht durch ihre Dynamik und Vielschichtigkeit. Elektronische Beats paaren sich mit treibenden Streichinstrumenten und teils lebendigem, teils beruhigendem Gesang. So entsteht auch musikalisch eine Verbindung zwischen der Höhe und dem Boden.
Ferner verbirgt sich in dem gewählten Musikstück eine Doppeldeutigkeit. Als „Birds of a feather“ bezeichnet man Menschen von einem Schlag, mit einem Ziel oder mit der gleichen Einstellung. Eine Aussage, die auch beim Tanzen in der Gruppe Bedeutung findet.

„…of a feather“ ist anders als das, was wir bislang machten. Transportierte Emotionen kommen auf den ersten Blick weniger zur Geltung als es bei „Diluvian“* oder „Freude hoch 10“** der Fall war. „…of a feather“ ist cooler und abgeklärter. Aber trotzdem wesentlich verspielter und individueller als vergangene LNE-Choreographien.

Tänzerisch inspirierte uns die Bewegungssprache der Vögel zur Nachahmung. Isolierte und minimalistische Kontraktionen sowie das impulsartige Auffliegen eines Schwarmes lieferten uns Ideen zur Weiterentwicklung.

Neben den tänzerischen Aspekten, die auch in diesem Jahr wieder im Mittelpunkt unseres Schaffens stehen, sind die räumlichen Positionswechsel der einzelnen Tänzerinnen auffällig. Auch hier sind Anleihen in der Natur zu finden. Formationen von Vogelschwärmen am Himmel, standen Pate für unsere Verschiebungen und Verschachtelungen. Die Variationen sind hierbei mannigfaltig. Manche Arten haben teils wechselnde Führungstiere; bei anderen Vögeln, z.B. den Staren, ist zu beobachten, dass sich die Tiere in dichter Formation nahezu synchron bewegen und dabei niemals zusammenstoßen. Es wäre schön, wenn wir das auch hinbekommen…wir werden sehen ;-). Das Resultat ist, dass es durch diese Raumbewegungen keine „1“ gibt….und darüber sind wir sogar glücklich.

Eure LNE

*Choreo 2015
** Choreo 2014


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